10

Juli
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Stückbeschreibung

Alles Leben auf Erden folgt bestimmten Rhythmen: von den großen Naturkräften wie Gezeiten bis hin zu den kleinen körperlichen Rhythmen wie Herzschlag oder Eisprung. Sie alle bilden ein polyfones Gewebe mit harmonischen und dissonanten Momenten. Die Kultur des Menschen setzt diesen natürlichen Taktgebern neue Rhythmen in Form von kulturellen Praktiken oder technischen Innovationen entgegen. Vor allem der Kapitalismus mit all seinen Folgeerscheinungen und die Digitalisierung prägen maßgeblich den Takt des modernen Lebens und bewirken „eine vereinheitlichte Koordination der Zeit“ und der „(Anna Lowenhaupt Tsing, Der Pilz am Ende der Welt, 2019) Was passiert in diesem Spannungsverhältnis mit der Polyfonie des Lebens?

Diese Beobachtung legt die Grundlage für die Performance „Assemblage“. Assemblage oder zu Deutsch Gefüge bezeichnet in der Philosophie eine offene Ansammlung, in der sich Muster absichtsloser Koordination und facettenreiche Bewegungen in scheinbar verfestigten Strukturen bilden. In Gefügen findet eine ständige Dechiffrierung und Neukodierung des Bestehenden statt.

Den Versuchsaufbau bilden hierbei vier Meter lange Bambusstangen. Sie werden an einem Ende von den Performer*innen gehalten, das andere ruht im Raumzentrum auf dem Boden. Der/die Performer*in läuft mit dem einen Ende in den Händen auf einer Kreisbahn um den ruhenden Mittelpunkt des anderen Bambusendes und erzeugt so eine Art riesigen Uhrzeiger, der den Grundrhythmus legt mit dem sich die Performenden durch Bewegung auseinandersetzen müssen bis ein Punkt erreicht ist, an dem das System kollabiert und sich neue Strukturen entwickeln.

Mit fünf Performer*innen werden wir der Frage nachgehen, inwiefern das Individuum im Wechselspiel mit der Welt, die es umgibt, seine Eigenständigkeit bewahren und seinen eigenen Rhythmen folgen kann in einer modernen Gesellschaft, die immer mehr bestrebt ist, Rhythmen anzugleichen. Wie schafft man es die Trägheit abzuwerfen, um in die Initiative zu kommen und Selbstwirksamkeit zu spüren. Welche Chancen bietet dabei vor allem ein solidarisches Miteinander und wie ist es möglich in diesem menschengemachten System zu über(-leben) beziehungsweise es zu überwinden ?

Die oben beschriebe Auseinandersetzung aus natürlicher Polyfonie und vereinheitlichten Rhythmen der Moderne wird auch auf musikalischer Ebene aufgegriffen. Stupide und einheitliche Rhythmen des „riesigen Uhrzeigers“ entwickeln sich zu komplexen und vielfältigen Rhythmen. Für die Auftritte ist die Musik als Liveversion angelegt.

Dauer: ca 45 Minuten
Spielort: Outdoor

Mit freundlicher Unterstütztung der fabrik Potsdam.
Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ, gefördert
von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und
Kunstministerien der Länder.